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Lexikon

Agenda 21

Wichtigstes Ergebnis von Rio ist das umfangreiche Dokument "Agenda 21". Agenda bedeutet Tagesordnung bzw. das, was zu tun ist. Die Agenda 21 ist ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert. Die Staaten der Erde dürfen weder auf Kosten der Natur, anderer Regionen oder anderer Menschen noch auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Es soll Gerechtigkeit zwischen den Generationen und zwischen der Nord- und Südhalbkugel verwirklicht werden. Soziale, wirtschaftliche und Umweltaspekte bilden eine untrennbare, gleichwertige Einheit.

Erdgipfel

1992 fand in Rio de Janeiro die UN-Konferenz "Umwelt und Entwicklung" statt, der sogenannte Erdgipfel. Ziel war es, Konzepte zur Lösung der weltweiten ökologischen, ökonomischen und sozialen Probleme zu erarbeiten und deren Umsetzung zu beschließen. Mehr als 170 Staaten haben die gemeinsame Verantwortung der gesamten Menschheit für den Erhalt des Lebensraums Erde anerkannt. Man kam zu dem Schluss, dass andere Wege gefunden werden müssen als die bisherigen. Die heutige Wirtschafts- und Lebensweise der Menschen darf die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen nicht zerstören.

Nachhaltigkeit

Lange bevor die Nachhaltigkeit im heutigen Sprachgebrauch auftauchte, hatte ihn Hannß Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann in Freiberg/Sachsen, eingeführt. Von Carlowitz war Spezialist für die Forstwirtschaft. Seine These, niedergeschrieben 1713 in einem Buch, das Furore machte, lautete: Die flächendeckende Abholzung ganzer Wälder führt zur Armut der Bevölkerung: Seine Konsequenz: Wer Brennholz schlägt, muss Brennholz pflanzen. Viel später wurde durch den "Brundtland-Bericht" der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland Nachhaltigkeit auf diese Formel gebracht: Kommende Generationen müssen die gleichen Chancen haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, wie wir es heute tun.

Lokale Agenda 21

Die Lokale Agenda 21 ist die Umsetzung der Agenda 21 auf Ebene der Städte und Gemeinden. Um die Agenda 21 zu verwirklichen, soll jede Kommunalverwaltung in einen Dialog mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, örtlichen Organisationen, Vereinen und der Privatwirtschaft treten. Die Stadt Bochum hat ihre Lokale Agenda 21 mit einem grundlegenden Ratsbeschluss am 18. Juni 1998 ins Leben gerufen. Die Bochumer Bürgerinnen und Bürger sowie die lokalen Organisationen und die private Wirtschaft sind aufgerufen, durch die Mitarbeit in thematischen Arbeitskreisen aktiv und selbständig die Entwicklung ihrer Stadt mit in die Hand zu nehmen, damit nachfolgende Generationen die gleichen Chancen haben, über die wir heute verfügen. Ökologie, Ökonomie und Soziales sollen im Gleichklang Berücksichtigung finden.

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