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Fairer Handel und biologischer Anbau

Treffen der Bochum-Agenda 21Zu Beginn des Fairen Handels spielten ökologische Kriterien so gut wie keine Rolle. Der Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Höhere Einkommen waren existenziell notwendig, die Sicherung der Grundnahrungsmittel konnte oftmals nur über den Fairen Handel ermöglicht werden. Heute kommt dem Fairen Handel im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umweltverträglicher Produktionsweisen eine immer wichtigere Bedeutung zu.

70 Prozent der Schädlingsbekämpfungsmittel in Entwicklungsländern landen auf Kaffee, Tee, Zucker, tropischen Früchten und Baumwolle - also auf Kulturpflanzen, die fast ausschließlich für den Export angebaut werden. Es werden Wurm-, Pilz-, Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel eingesetzt, die für Mensch und Natur schädlich sind.

Pestizide werden vor allem in Mittel- und Großbetrieben eingesetzt, wobei es zu Vergiftungen durch nicht geschulte Anwender kommen kann. Ganz allgemein sind Plantagen- und Landarbeiter in Südamerika wesentlich mehr Vergiftungen durch Pestizide ausgesetzt als nordamerikanische Landarbeiter. Häufig fehlen geeignete Schutzanzüge oder sie werden von den Plantagenarbeitern wegen des heißen Klimas nicht angezogen. Grundsätzlich fördern Monokulturen eine rasche Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen. Durch fehlende Artenvielfalt und durch Pestizideinsatz können sich keine natürlichen Feinde von Schädlingen entwickeln.

Heute werden ökologische Mindeststandards in jeden Kriterienkatalog mit aufgenommen. Der Faire Handel arbeitet kontinuierlich auf eine ökologische Anbauweise hin. Die Umsetzung der ökologischen Kriterien kann nur prozesshaft und in kleinen Schritten erreicht werden. Zu massiv sind die früher der Umwelt zugefügten Schäden. Oftmals erlauben erst die höheren Einnahmen aus dem Fairen Handel, die zeit- und ressourcenintensive Umstellung auf ökologischen Anbau zu finanzieren. Und nach der Umstellung fördert der Faire Handel biologisch angebaute Produkte mit einem Bioaufschlag.

Auch die Konsumenten wollen beides - fair und biologisch!

 

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